Viele wollen bei einer Neuinstallation ihre Installationsmedien auf einen neuen Stand bringen um nicht jedes Update erneut einspielen zu müssen. Mit Neustarts und aufeinander aufbauenden Updates kann dieses zu einer langwierigen Aufgabe werden. Nun haben einige eine Recovery- oder einen DVD-Datenträger, welcher langsam Kratzer entwickelt. Ebenso hat sich vielleicht das Gerät verändert und besitzt gar kein entsprechendes Laufwerk mehr.

Dialog von der Installation eines Servicepacks unter Windows 7 - Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Windows7sp1.png

Die Gründe sind vielfältig, das Ziel ist aber immer das Selbe: Einen aktuellen Datenträger zur Verfügung zu haben, welcher als Basis für die Neuinstallation genutzt werden kann. Inwiefern dieser vom Standard abweicht ist ein jedem selbst überlassen.

Viele Wege führen nach Rom, dies gilt ebenso für Anpassungen und Modifikationen von Installationsmedien. Die Wege und folgenden Empfehlungen stelle ich am Beispiel Windows 7 dar, für andere Systeme funktioniert dies analog. Es gibt diverse Wege wie man ein Servicepack und Aktualisierung mit einen bestehenden Installationskit (Recovery-Partition, Windows-DVD, USB-Stick oder Netzwerkinstallation) ermöglicht oder sogar kombiniert.

CD Abbild von einem Vertragspartner laden

Der einfachste und stressfreieste Weg einen aktuellen Datenträger zu haben ist einfach einen zu laden. Nun soll der Rat nicht heißen, dass man einfach bei einer x-beliebigen Seite irgendeinen Datenträger herunterlädt, diese sind häufig nicht legal sondern ggf. sogar mit Viren und anderen Schädlingen versetzt.

Wenn man einen dem Original entsprechenden Datenträger wünscht sollte man diesen von Microsoft oder einen seiner Partner beziehen. Nun ist auch nicht jeder im Microsoft Developer Network (kurz MSDN) oder Dreamspark und kann darüber die Datenträger beziehen. Es gibt aber auch Alternativen, legale wohlgemerkt!

Zum Beispiel bieten Microsoft und seine Partner ebenfalls an Datenträger herunterzuladen. Bei Microsoft geschieht dies meist über eine Testversion (Trial) die im Nachgang aktiviert werden kann. Diese sind also entsprechend der Kaufversion, wenn man den Aktivierungsschlüssel nicht bei der Installation angibt.

Microsoft vergibt für seine Datenträger einen Code der genau festlegt um welchen Datenträger es sich dabei handelt zum Beispiel: handelt es sich bei X17-59886 um Windows 7 Professional x86 SP1 U (Media Refresh) in deutscher Sprache. Als Beispiele für weitere Fundstellen dieser Codes können hier neben Microsoft selbst, der Artikel bei CHIP Online oder die Übersicht von UNAWAVE dienen, welche Links für Images von Windows 7 bereithalten.

Microsoft-Partner stellen häufig diese Datenträgerabbilder für ihre Kunden bereit, meist über interne Portale oder ähnliches. HeiDoc.net bietet die Datenträger zum Beispiel direkt auf seiner Seite an. Da es sich um einen zertifizierten Partner handelt, kann man davon ausgehen, dass es sich um die Originaldatenträgerabbilder handelt. Welche man unter http://www.heidoc.net/joomla/technology-science/microsoft/14-windows-7-direct-download-links herunterladen kann. Hier hat man die Wahl welchen Datenträger man möchte, so kann man direkt etwa Windows 7 mit integriertem Servicepack wählen.

Egal welchen Distributionsweg man gewählt hat lautet die Empfehlung: Die Datenträger mit den in den oben genannten Listen veröffentlichten Hashcodes zu vergleichen! Auf diese Weise ist sichergestellt, dass es keine Modifikation oder fehlerhafte Übertragung des Datenträgers gab.

Der Konsolenweg

Wer seinen bestehenden Datenträger als Basis verwenden will, sei es durch die Voraktivierung oder die bestehende Zusatzsoftware, welche auf anderem Wege nicht zu bekommen ist oder einfach dem Interesse und Selbständigkeit geschuldet kann auch mittels einigen Konsolenprogrammen Modifikationen am Installationsmedium vornehmen.

Die erwähnten Tools sind bestehende Windows-Systemanwendungen oder werden durch das Windows-Automated-Installation-Kit (kurz WAIK) von Microsoft direkt bereitgestellt.

Um auf diese Weise das Medium zu bearbeiten ist es zunächst erforderlich, dass das eigentliche Abbild vom Installationsmedium, der Recovery-Partition, DVD oder USB-Stick, auf die eigene Festplatte übertragen und vom Schreibschutz befreit wird. Erst danach ist es möglich mit ximage das Image als virtuellen Datenträgerteil zu öffnen und anzupassen. Zu beachten ist, dass man immer die richtige Ansichts- und Bearbeitungsebene (diese sind zum Beispiel die verschiedenen installierbaren Systemvarianten des Originaldatenträges) wählen muss, denn sonst entspricht das Image nicht dem Abbild, welches am Ende installiert werden soll. Wer also auf diese Weise einen Datenträger schaffen will, welcher alle Versionen in aktueller Form bieten soll muss alle Variationen, welche in dem Image enthalten sind, einzeln und nacheinander aktualisieren. Eine Speicherplatzersparnis ist auf diese Weise eher nicht zu erreichen.

Während das Abbild auf diese Weise geöffnet ist, können Dateien und Konfigurationen in das Abbild gespielt werden. Auf diese Weise können auch Treiber in das geöffnete Abbild eingebunden werden, hierzu sind die einzelnen Elemente in die passenden Verzeichnisse zu kopieren *.SYS in den WINDOWS/SYSTEM32-Ordner sowie die *.INF in die WINDOWS/INF-Ordner. Abweichungen sind allerdings durchaus möglich und erfordern ein einlesen in die Beschreibungen und Deklarationen in den *.INF-Dateien oder eine vorhandene Installation, in der die Treiber in die passenden Ordner eingebunden sind.

Der Systemvorbereitungsweg

Ebenso wie die oben genannten Tools stellt Microsoft auch eine Anwendung für die Systemvorbereitung (SysPrep) für seine Betriebssysteme bereit. Dieser Weg ist eigentlich für die Verwendung eines Windowsbereitstellungsdienstes (kurz WDS, dazu später mehr) gedacht, ermöglicht aber ebenfalls einen aktualisierten und angepassten Installationsdatenträger zu erstellen.

In dieser Variante installiert man das System und alle gewünschten Programme auf einem Rechner oder innerhalb einer VM und richtet dieses seinen Wünschen und Vorgaben entsprechend ein. Es können also nicht nur Updates sondern auch alle Einstellungen und Programme mit vorbereitet werden. Nachdem alle Anpassungen abgeschlossen sind nutzt man SysPrep um das System in einen verallgemeinerten Modus zu bringen, auf diese Weise das System auch auf anderen Plattformen, wie dem Zielsystem, nutzbar zu machen. Die Abbilderstellung (als *.WIM für den ursprünglichen Datenträger) kann dann mit einem durch das WAIK (oben beschrieben) erstellten Aufnahmeabbild oder wenn Windows nicht die Installationsbasis bilden soll mit einem beliebigen Backupprogramm durchgeführt werden.

Auf diese Weise gibt es ein vorbereitetes Abbild, welches zu einem beliebigen Zeitpunkt eingespielt werden kann und dazu einen verkürzten Installationszeitraum benötigt. Es können bei Verwendung eines anderen Systems oder virtuellen Maschine im Nachhinein noch weitere Treiber erforderlich sein.

Der Weg für Bastelwütige

Wer die Bastelei nicht scheut kann sich auch 7lite/vLite genauer ansehen, von der Technik, bieten diese Tools eine Oberfläche für die bereits vorgestellten Konsolentools, aber nicht nur! Mittels dieser kann, wie schon bei nLite für XP, das Installationsmedium stark an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Auf diesem Wege kann das System um Funktionen, welche nicht benötigt oder gewünscht sind, abgespeckt oder Treiber und bestimmte Hotfixes dafür integriert werden.

Jedoch ist dieser Weg auch der fehlerbehaftetste und erfordert viele Versuche nach dem Try-and-Error-Schema. Am Ende kann ein gut angepasstes System stehen, welches genau auf die Bedürfnisse des Nutzers abgestimmt ist. Es kann aber auch dazu führen, dass das System nicht im gewünschten Rahmen funktioniert. Diese Eigenschaft kann auch erst nach längerer Nutzung zum Vorschein kommen, so dass der Auslöser nicht so leicht zu finden ist. Daher ist diese Methode ein Weg, welcher von Microsoft nicht unterstützt wird und geschieht daher ausdrücklich auf eigene Gefahr.

Es ist ein interessanter Weg das System und die Zusammenhänge in ihm besser kennenzulernen. Allerdings ist dieses keine Option wenn es um produktive Systeme und kommerzielle Nutzung geht!

Weitere Wege / Andere Methoden / Tools

Es gibt noch einige Mittel und Wege, mittels deren das Installationsmedium aktualisiert oder angepasst werden kann. Ich möchte hier nicht mehr auf weitere eingehen und beschreiben, sondern werde es bei diesem groben Überblick belassen. Ich denke, dass der Beitrag auch so bereits einen kleinen aber guten Einblick in die Thematik bietet und so bei einer Entscheidung, wie vorzugehen sei, behilflich sein kann.

Wer gerne noch weitere Wege vorstellen möchte oder Ergänzungen zu dem geschriebenen hat, kann gerne die Kommentarfunktion nutzen und entsprechend ausführen. Vielleicht findet sich so auch der ein oder andere Tipp, welcher mich auf einen komplett neuen Weg führt.

Fazit

Der Beitrag verdeutlicht, es gibt viele Wege nach Rom, allerdings hat jeder Weg den ein oder anderen Stein auf dem Weg der beachtet werden will. Wer eine saubere Installation ohne Zusatzsoftware oder Anpassungen durch einen Hersteller wünscht, dem sei zu einem unveränderten CD-Abbild mit aktuellem Servicepack geraten. Andere legen ggf. Wert auf Anpassungen, seien es nun die eigenen oder die eines Herstellers.

Wer allerdings auf Basteleien verzichten und dieses Projekt in professioneller Form umsetzen möchte dem sei der Windows-Bereitstellungsdienst bzw. deren Tools geraten. Mittels deren auf einem Rechner die Vorlage für eine ganze Marge erstellt, getestet und auch ausgerollt werden kann. Ich werde in einem späteren Artikel auf die Verfahrensweise mit der Systemvorbereitung (SysPrep), dem Windowsbereitstellungsdienst (WDS) schreiben und ggf. auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, welche ich für die Einweisung und Einführung in größeren Umgebungen erstellt hatte, bereitstellen.

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