Das Konzept von Zentyal ist nicht neu. Es ist vielmehr genau die klassische Umsetzung der EDV-Aufgaben eines kleinen Unternehmens. Viele Anbieter haben Dienste und Servertechnologien mit dem Rahmen in ihrem Portfolio. So auch Microsoft, Novell und eben auch Zentyal.

Das interessante an Zentyal ist, dass die Software mit einheitlicher Oberfläche versehen, vorkonfiguriert und frei ist. Wer Support benötigt kann diesen von Zentyal direkt einkaufen, so funktioniert das Geschäftskonzept. Dies birgt unter anderem den Vorteil, dass man zusammen mit einem erfahrenen Zentyal-Mitarbeiter seine Umgebung schnell und einfach einrichten kann und dann eigenständig (also dann ohne weitere Kosten) sein Unternehmen Stück für Stück einbringen und erweitern kann.Zentyal

Auch die Software Zentyal an sich ist nicht neu, sondern eine Weiterentwicklung der eBox Software welche als Alternative zu den Microsoftangeboten für Small Business Server dienen soll. eBox hat über Jahre auch schon viele Anhänger und Unterstützer gefunden, welche die Entwicklung und Nutzung unterstützen, begleiten und vorantreiben wollen.

Zentyal bietet vieles und diverse Anwendungsfelder: So ist es zum Beispiel möglich die Umgebung als Mailserver, Groupware für die eigenen Mitarbeiter und Verwaltungsplattform für Anmeldungen und Daten zu konfigurieren. Soweit so schön. All diese Funktionen werden auf einer übersichtlichen Oberfläche (siehe Bildschirmfoto oben) zusammengetragen und verwaltet. Jedoch sind Sonderanpassungen dabei nicht erfasst, dass heißt die Software bildet die typischen Anwendungsfälle ab. Ganz ehrlich? Ich schätze über 90 % der Unternehmen, für die eine solche Umgebung interessant ist sind damit erfasst.

Jedoch was ist mit den verbleibenden Anwendungsfällen? Hier ist es die Frage, natürlich ist eine Option die Oberfläche weiter zu nutzen und die Besonderheiten händisch per Konsole oder Fernzugriff nachzuarbeiten. Doch Vorsicht, Zentyal schreibt mit seiner Oberfläche die Konfigurationsdateien bei Speicherung neu, so kann es passieren, dass man sich selbst in der Arbeit behindert.

Ein anderes Problem ist, dass viele Firmen schon ein Active Directory Domain System besitzen, dieses je nach eingesetzten Servern auch in Server 2008 Ausprägungen, das heißt mit entsprechenden Funktionalitäten und Fähigkeiten der neueren Windows Systeme. Die Zusammenwirkung mit einem Exchange ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Zentyal ist hier nur bedingt geeignet, denn wie alle Linux-Umgebungen setzt es für die Erstellung und Anbietung dieser Funktionalität (Groupware, eMail, Rechneranmeldung, Domainintegration) auf Samba und LDAP und kombiniert diverse dahingehend Dienste für den reibungslosen Einsatz. Da meist nicht das Rad neu erfunden werden soll, ist meist Bedingung die bestehende Struktur zu erhalten und zu übernehmen. Das ist mit dem momentanen Samba 3 in der Form nicht möglich, da es keine Vollständige Abbildung eines ADS erlaubt. Diese Funktionalität wird für Samba 4 erwartet welcher aber seit Jahren nicht aus dem Alphastatus gekommen ist und auch für produktive Umgebungen nicht empfohlen ist.

Die Conclusio ist wer eine neue Umgebung erstellen will, sollte sich Zentyal genauer ansehen, denn wer die Einschränkungen und Fähigkeiten kennt, kann mit dieser Umgebung durchaus glücklich werden.

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